Wie wird man eigentlich Tauchlehrer?

15.12.2016 von ricardo
open water instructor certification

 

Das ist eine gute Frage!

Es gibt diverse Möglichkeiten Tauchlehrer zu werden. Um euch ein lebhaftes Beispiel zu geben und nicht nur über die Theorie zu philosophieren, möchte ich an dieser Stelle erläutern, wie es bei mir ablief. Um die Objektivität meiner Seite zu wahren werde ich allerdings keine genauen Orte oder Namen von Tauchschulen und Tauchlehrern nennen.

Die „Schnapsidee“

Alles begann damit, dass ich meinen Bürojob in Deutschland satthatte.  Und zwar so richtig satt. Ich war festentschlossen meinen Lebensstil zu ändern. Durch meine damalige Freundin kam ich schließlich zum Thema tauchen. Sie erzählte mir, sie sei einmal in Thailand tauchen gewesen und schwärmte in den höchsten Tönen von der faszinierenden Unterwasserwelt. Ganz nebenbei erwähnte sie allerdings auch, dass ihr damals angeboten wurde einfach zu bleiben, eine Ausbildung zur Tauchlehrerin zu machen und anschließend als solche dort zu arbeiten.

Da wurde ich hellhörig! Strand? Sonne? Meer? Und das jeden Tag. Quasi wie ein neues Büro – nur im Paradies. Heimlich fing ich daraufhin damit an, während der Arbeit (Sorry Chef!) weiter in diese Richtung zu recherchieren. Zunächst wollte ich natürlich wissen, was meine Freundin und mich der ganze Spaß überhaupt kosten würde. Also wurden Angebote eingeholt und erste Kontakte zu Tauchschulen und Tauchlehrern vor Ort geknüpft. Fündig wurde ich schlussendlich bei einem Paket mit dem verheißungsvollem Namen „Change of Lifestyle“. Das passte wie Arsch auf Eimer! Denn genau das war es ja, was nun auch meine Freundin und eben ich wollten. Einen Lebenswandel!

Schnell wurde uns jedoch auch bewusst, dass wir nicht von jetzt auf gleich alles stehen und liegen lassen konnten, um in den nächsten Flieger zu steigen. Zunächst musste das nötige Kleingeld her und die Auflösung zweier Wohnungen geplant werden. Von nun an lebten wir also auf Sparflamme. Will heißen jeder nicht unbedingt benötigte Cent wurde in den Sparstrumpf gesteckt. Wir setzten uns das Ziel in ziemlich genau 6 Monaten unsere Reise anzutreten. Wir beantragten unsere Visa, holten die nötigen Impfungen ab und organisierten bereits eine Unterkunft vor Ort. Reiseplaner- und Rucksäcke durften natürlich auch nicht fehlen.

Es geht los!

Die Zeit verging trotz riesiger Vorfreude schneller als gedacht. Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen, wie wir das erste Mal unseren Tauchlehrer an der Bar neben der Tauchschule trafen. Zuvor hatten wir ihn lediglich auf einem Bild gesehen und somit keinen Schimmer auf was und wen wir uns da überhaupt einlassen würden.

Unser lebensverändernder Tauchkurs startete bereits im folgenden Tag. Ich, noch nie zuvor tauchen gewesen, war natürlich enorm aufgeregt und bekam kein Auge zu. Doch all die Sorgen waren umsonst und wie verflogen, als ich nach der Theorie-Lektion das erste Mal in voller Taucher-Montur den Grund des Pools berührte. Absolut beeindruckt von der Stille Unterwasser und der Möglichkeit zu atmen absolvierte ich meine ersten Flossenschläge. Auch die zu absolvierenden Übungen gingen leichter von der Hand, als zuvor befürchtet.

Lange Rede, wenig Sinn:

Wir durchliefen in ca. 5 Monaten alle nötigen Stationen unserer gewählten Tauchorganisation vom Anfänger-Tauchschein über den Fortgeschrittenen-Kurs bis hin zum Divemaster. Mit dieser Stufe waren wir zwar noch keine „vollständigen“ Tauchlehrer, sondern eher „Tauchlehrer-Assistenten“, nichts desto trotz war es aber der erste Schritt in den Bereich der Dive-Professionals (Tauchprofis) und ermöglichte es uns somit mit unser neu gewonnenen Leidenschaft, Geld zu verdienen. Deshalb entschlossen wir uns, zunächst auf diesem Level zu verharren und Erfahrungen zu sammeln, bevor wir unsere Ausbildung fortsetzten.

Hauptsächlich führten wir bereits zertifizierte Taucher durch die uns nun bestens bekannten Tauchplätze der Region, assistierten Tauchlehrern bei ihrer Ausbildung von Anfänger und Fortgeschrittenen-Tauchscheinen und gaben selbstständig Schnupper- und Auffrischungskurse. Wir lernten jeden Tag etwas dazu und verdienten damit unser täglich Brot.

Mein Weg führte mich von dort an weiter nach Australien, wo ich am Great Barrier Reef arbeiten durfte. Nach einem daraufhin folgenden kurzen Aufenthalt bei meiner Familie in Deutschland entschloss ich mich dazu den letzten Schritt zum zertifizierten Tauchlehrer über eine andere Tauchorganisation zu gehen. Diesen Teil der Ausbildung absolvierte ich in weiteren 6 Monaten gegen Mitarbeit in einer Tauchschule in Spanien, welche ich mit erfolgreicher Theorie – und Praxisprüfung in Deutschland abschloss.

 

Das war nun mein persönlicher Weg „from zero – to hero“ 😉

 

Für weiterführende Fragen steh ich euch jederzeit mittels des Kontaktformulars zur Verfügung!